EU-Spielzeugsicherheitsverordnung (TSR) 2025: Wichtigste Änderungen und Leitfaden zur Einhaltung der Vorschriften für Hersteller
Wenn Sie Spielzeughersteller, -importeur oder -händler sind und in die Europäische Union verkaufen, wird die kommende Spielzeugsicherheitsverordnung (TSR) Ihre Compliance-Strategie grundlegend verändern. Die neue Verordnung ersetzt die jahrzehntealte Spielzeugrichtlinie (2009/48/EG) und bringt weitreichende Aktualisierungen bei Chemikalienbeschränkungen, digitaler Rückverfolgbarkeit und Sicherheitsstandards mit sich – alles mit dem Ziel, Kinder besser zu schützen und die EU-weite Durchsetzung zu vereinfachen. Mit einer Übergangsfrist von 4,5 Jahren bis zum Inkrafttreten ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich vorzubereiten. Hier erfahren Sie, was Sie wissen müssen.

Was ist die neue EU-Spielzeugsicherheitsverordnung (TSR)?
Im Oktober 2025 billigte der Rat der EU den Entwurf der Technischen Sicherheitsrichtlinie (TSR) formell; die endgültige Annahme durch das Europäische Parlament steht unmittelbar bevor. Anders als die derzeitige Technische Sicherheitsrichtlinie, die von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden musste (was zu Inkonsistenzen führte), ist die TSR eine unmittelbar anwendbare Verordnung – sie tritt nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union (ABl. EU) in allen EU- und EWR-Ländern einheitlich in Kraft.
Die Verordnung reagiert auf dringende Herausforderungen: den Anstieg unsicherer importierter und online verkaufter Spielzeuge, neue Risiken durch digitale/KI-integrierte Spielzeuge und wachsende Besorgnis über giftige Chemikalien in Kinderprodukten. Ihr Hauptziel? Gefahren durch Konstruktionsmängel und Schadstoffe zu beseitigen und gleichzeitig die Einhaltung der Vorschriften für Aufsichtsbehörden und Verbraucher transparenter zu gestalten.
4 bahnbrechende Neuerungen im TSR 2025
Die TSR reformiert die EU-Spielzeugsicherheitsvorschriften der letzten drei Jahrzehnte. Nachfolgend die wichtigsten Änderungen für Unternehmen:
- Digitaler Produktpass (DPP): Ersetzt die EU-Konformitätserklärung
Die größte Änderung ist der obligatorische Digitale Produktpass (DPP) – ein eindeutiger, scannbarer digitaler Nachweis (oft per QR-Code), der die bisherige papierbasierte EU-Konformitätserklärung (DoC) ersetzt. Hier erfahren Sie alles Wichtige zu den DPP-Anforderungen:
- Zugänglichkeit:Verbraucher müssen die Datenschutzerklärung einsehen können, ohne Software herunterzuladen, sich zu registrieren oder Passwörter einzugeben. Bei Online-Käufen muss der Link zur Datenschutzerklärung vor dem Kauf sichtbar sein.
- Pflichtangaben:Jede DPP muss eine eindeutige Produktkennung, Angaben zum Hersteller/Importeur, Ergebnisse von Konformitätsprüfungen und Sicherheitshinweise enthalten. Sie muss außerdem mit dem EU-Portal „Safety Gate“ zur Meldung riskanter Produkte verlinkt sein.
- Regulatorischer Wert: Zoll- und Marktüberwachungsbehörden werden DPPs nutzen, um die Einhaltung von Vorschriften sofort zu überprüfen und so Grenzkontrollen und gezielte Rückrufe zu beschleunigen.
Profi-Tipp: Beginnen Sie jetzt mit dem Testen von DPP-Systemen – Plattformen, die sich in EU-Registrierungsdatenbanken integrieren lassen, verschaffen Ihnen einen Vorsprung beim Übergang.
- Erweiterte Chemikalienverbote und strengere Grenzwerte
Chemikaliensicherheit hat im TSR höchste Priorität, mit einer drastischen Erweiterung der Liste verbotener Substanzen und strengeren Grenzwerten für bereits bestehende Substanzen. Die folgende Tabelle hebt die wichtigsten Änderungen hervor:
| Aspekt | Aktuelle TSD-Regeln | TSR-Regeln 2025 |
| Verbotene Substanzen | Nur CMRs (Karzinogene, Mutagene, Reproduktionstoxine) | Enthält endokrine Disruptoren (Kat. 1/2), Organtoxine und Atemwegs-/Hautsensibilisatoren |
| Wichtige Sperren | Es gibt keine spezifischen Verbote für PFAS oder Bisphenole. | Verboteabsichtliche Verwendungvon PFAS und 10 hochriskanten Bisphenolen (kann auf 34 erweitert werden) |
| Allergene Duftstoffe | Auslöser bei 100 mg/kg | Auslösekennzeichnung bei 10 mg/kg (90 % Reduktion); vollständig verboten bei Spielzeugen für Kinder unter 36 Monaten und Spielzeugen, die in den Mund genommen werden können. |
| BPA-Grenzwerte | 0,04 mg/L Migrationsgrenze | Der Grenzwert wurde auf 0,005 mg/L gesenkt (Reduzierung um 87,5 %).alleSpielzeug für Kinder unter 14 Jahren |
| Schleim-/Knetregeln | Keine spezifischen Beschränkungen | Grenzwert 0,02 mg/kg für Nitrosamine; Grenzwert 1 mg/kg für Nitrosaminvorstufen |
Die EU wird auch Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertiges Chrom innerhalb von 24 Monaten nach Inkrafttreten der TSR überprüfen – rechnen Sie also bald mit noch strengeren Grenzwerten.
- Strengere Regeln für die Sicherheit von physischem, elektrischem und digitalem Spielzeug
Die TSR stärkt die Sicherheitsvorkehrungen für alle Spielzeugarten und legt dabei einen neuen Schwerpunkt auf aufkommende Technologien:
- Physische Sicherheit:Warnhinweise zu Alters-, Gewichts- und Fähigkeitsbeschränkungen sind vorgeschrieben; der Zugang zu Batterien in kleinen Spielzeugen darf nur mit Werkzeug erfolgen, um ein Verschlucken zu verhindern. Regeln für Erstbenutzung umfassen Lebensmittelnachbildungen und Gefahren durch Magnete.
- Digitales/Intelligentes Spielzeug: Spielzeuge mit integrierter KI, die einer externen Bewertung bedürfen, werden als KI-Systeme mit hohem Risiko eingestuft (gemäß EU-KI-Gesetz, EU 2024/1689). Vernetzte Spielzeuge mit sozialen Funktionen (z. B. Sprechen, Filmen) oder Standortverfolgung sind „Wichtige digitale Produkte (Klasse I)“ und müssen, sofern keine harmonisierten Standards verwendet werden, von Dritten geprüft werden.
- Berücksichtigung der psychischen Gesundheit: Erstmals müssen Hersteller die potenziellen Auswirkungen von Spielzeug auf die psychische Gesundheit und die kognitive Entwicklung von Kindern bewerten.
- Erweiterte Verantwortlichkeit für alle Wirtschaftsakteure
Vorbei sind die Zeiten, in denen nur die Hersteller die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften trugen. Die TSR erweitert die Verpflichtungen auf:
- Importeure: Es muss sichergestellt werden, dass Spielzeuge, die nicht aus der EU stammen, vor dem Import von einem in der EU ansässigen, verantwortlichen Betreiber betrieben werden und die TSR-Standards erfüllen.
- Online-Marktplätze: Plattformen müssen Benutzeroberflächen entwickeln, die CE-Kennzeichnungen, Sicherheitshinweise und DPP-Links vor dem Kauf anzeigen. Sie können für nicht konforme Produkte, die auf ihren Seiten verkauft werden, haftbar gemacht werden.
- Fulfillment-Anbieter:Unternehmen, die Lagerung, Verpackung oder Versand übernehmen, haben nun Rückverfolgbarkeits- und Dokumentationspflichten.
5 Schritte zur Vorbereitung auf die Einhaltung der TSR-Vorschriften (Übergangszeitraum von 4,5 Jahren)
Die 54-monatige Übergangsphase des TSR mag lang erscheinen, doch Anpassungen in der Lieferkette und Materialtests benötigen Zeit. Folgen Sie diesem Fahrplan:
- Überprüfen Sie Ihr Produktsortiment: Identifizieren Sie Spielzeuge, die von den neuen Vorschriften betroffen sind – priorisieren Sie KI-/vernetztes Spielzeug, Schleim-/Knetprodukte und Artikel für Kinder unter 14 Jahren (die jetzt unter erweiterte Chemikaliengrenzwerte fallen).
- Alternative Materialien verwenden: PFAS, Bisphenole und stark allergene Duftstoffe durch zulässige Alternativen ersetzen. Lieferanten frühzeitig auf die Einhaltung der neuen BPA- und Monomergrenzwerte prüfen.
- DPP-Infrastruktur aufbauen: Arbeiten Sie mit einem DPP-Dienstleister zusammen, um eindeutige Kennungen zu erstellen, Konformitätsdaten zu speichern und die Integration in EU-Registrierungssysteme zu gewährleisten. Stellen Sie sicher, dass QR-Codes auf Verpackungen und in Online-Einträgen scannbar sind.
- Führen Sie Vorab-Konformitätsprüfungen durch: Arbeiten Sie mit EU-benannten Laboren zusammen, um die Einhaltung neuer chemischer Grenzwerte, die physikalische Sicherheit (z. B. Batteriezugang) und die digitale Sicherheit (bei intelligentem Spielzeug) zu prüfen. Richten Sie die Prüfungen an der Allgemeinen Produktsicherheitsverordnung (GPSR) aus, um die Prozesse zu optimieren.
- Schulen Sie Ihre Lieferkette: Informieren Sie Importeure, Händler und Fulfillment-Partner über ihre neuen Pflichten – insbesondere im Hinblick auf Rückverfolgbarkeit und den Austausch von DPP-Daten.
Schlussbetrachtung: Compliance = Wettbewerbsvorteil
Die Spielzeugsicherheitsverordnung 2025 ist nicht nur eine regulatorische Belastung, sondern auch eine Chance. Indem Sie Sicherheit und Transparenz priorisieren, vermeiden Sie kostspielige Beschlagnahmungen an den Grenzen, Rückrufe und Bußgelder (die bei Nichteinhaltung Millionen betragen können). Noch wichtiger ist, dass Sie das Vertrauen der EU-Verbraucher gewinnen, denen die Kindersicherheit beim Spielzeugkauf zunehmend am Herzen liegt.
Da die EU ihre Vorschriften (einschließlich der anstehenden Überprüfungen von Schwermetallen) fortlaufend verfeinert, sollten Sie sich regelmäßig mit den benannten Stellen, Prüfstellen und Branchenverbänden in Verbindung setzen, um über aktuelle Entwicklungen informiert zu bleiben. Nutzen Sie die Übergangszeit, um sich einen Vorsprung zu verschaffen – warten Sie nicht, bis die Vorschriften in Kraft treten. RTS bietet Ihnen gerne entsprechende Beratungsleistungen zu den oben genannten Themen an. Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte umgehend.
Hier sind die Referenzlinks:
















